Das Elsass einmal
anders - Exkursion
die Freunde des Institut
Français planen für das Wochenende 9.
- 10. April 2011 wieder eine Exkursion ins Elsass.
Hierzu möchten wir sie herzlich einladen. >
Einladung *: pdf - Anmeldeschluß:
15. Februar 2010
In einer Vorbereitungsgruppe
haben wir verschiedene attraktive Stationen für
die Reise zusammengestellt: Zeugen aus der humanistischen
und jüdischen Vergangenheit, malerische elsässische
Städte, ein Museum zur wechselvollen politischen
Geschichte des Elsass, eine berühmte romanische
Kirche - und nicht zuletzt Convivialité. In
Obernai werden wir übernachten und bei einem
Apéritif und Abendessen in einem guten Restaurant
den kulturell reichen Tag beschließen.
Im Rahmen der Französischen
Woche haben wir am 9. November 2010 einen Vortragsabend
als Einführung in diese Exkursion veranstaltet:
Der
Verein "Freunde
des Institut français de Stuttgart
/ Les amis de l'Institut e.V." lud
zu einem Vortrag über das Elsaß ein:
Waren
Sie schon einmal in Schirmeck oder in Sélestat?
Was sind die Malgré-Nous?
Abseits
der bekannten Weindörfer und Wanderwege haben
die
Amis de l'Institut français am
Dienstag, 9. November 2010 - 19:00
zu einem Vortrag von Dr. Peter Hölzle
eingeladen:
Elsass "einmal anders "
Und der Saal war voll.

Barabra Mors-Stammlerr strachlte und freute sich zu
Recht über das Rieseninteresseund den vollen
Saal.

Leider fand der Photograph keinen Platz
mehr im Saal, durfte beim Arbeizen nur kurz den vielen
besuchern die Sicht versperren, und daher hat er vom
Gast des Abends leider kein richtig schönes Photo:

Das Elsass einmal anders oder Weder
welsch noch "boche"?
Fachwerk und Störche, Märchenwald
und Ritterburg, Gewürztraminer und Gänseleber
- die Schauseite des Elsass als deutsches Touristenmekka
und Schlemmerparadies ist hinlänglich bekannt,
seine Kehrseite hingegen weniger. Hin- und hergerissen
zwischen Frankreich und Deutschland, tauschten die
Elsässer in einem knappen Jahrhundert gleich
viermal mit der Nationalität Identität und
Sprache. Die Wechselbäder zwischen Germanisierung
und Romanisierung hinterließen genauso ihre
Spuren wie das Bewusstsein, oft gegen den eigenen
Willen auf der falschen Seite gekämpft und dafür
teuer bezahlt zu haben (Beispiel der Malgré-Nous).
Der von außen verordnete Zwang zur zeitweise
deutschen und heute französischen Eindeutigkeit
brachte die Elsässer um ihre Identität.
Die lebt aus der kulturellen Zweideutigkeit, weil
sie sich sowohl aus deutschen wie aus französischen
Quellen speist.
Die Folgen sind kleine und große Fluchten: nach
Innerfrankreich, nach Übersee, seltener nach
Deutschland, das freilich als Arbeitsplatz geschätzt
wird. Daneben gibt es geistige und politische Fluchtbewegungen.
Viele Elsässer fliehen aus ihrer Sprache, dem
"Elsässerditsch", und suchen eine neue
Sprachheimat ausschließlich im Französischen.
Viele bekennen sich zu dezidiert nationalfranzösischen
Parteien wie der neogaullistischen UMP oder Le Pens
"Nationaler Front", um nur ja nicht als
"halbe Deutsche" angesehen zu werden.
Einblicke in diese elsässischen Besonderheiten
gibt Dr. Peter Hölzle in seinem Vortrag.